Verträge

Was du im OnlyFans-Agenturvertrag vor der Unterschrift prüfen solltest

Bevor du einen Vertrag mit einer OnlyFans-Agentur unterschreibst, solltest du vor allem fünf Dinge prüfen: worauf die Provision berechnet wird, wer Zugriff auf deinen Account bekommt, was mit deinem Content passiert, ob dich eine Exklusivität bindet und wie du wieder herauskommst. Steht etwas davon nur vage im Text, ist es nicht geklärt, auch wenn im Gespräch etwas anderes gesagt wurde.

Dieser Ratgeber dient zur allgemeinen Orientierung und ist keine Rechtsberatung, deshalb sollte sich alles Verbindliche eine Anwältin oder ein Anwalt ansehen.

Aktualisiert , 4 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Zuerst solltest du die Klauseln zu Provision, Zugriff, Content, Exklusivität und Ausstieg prüfen.
  • Login, 2FA, Wiederherstellungsdaten und Auszahlungen sollten bei dir bleiben, und einen Vertrag, der sie verlangt, solltest du nicht unterschreiben.
  • Was dir im Gespräch versprochen wurde, im Entwurf aber fehlt, gehört nicht zur Vereinbarung.

Auf welche Klauseln kommt es im Agenturvertrag am meisten an?

Fünf Klauseln entscheiden über das meiste, was später schiefgehen kann, deshalb solltest du sie zuerst lesen.

  • Provision: Im Vertrag sollte stehen, auf welchen Umsatz sich der Prozentsatz bezieht, für welchen Zeitraum und in welcher Währung. Wir rechnen mit dem Umsatz nach der Plattformgebühr, aber egal wie eine Agentur rechnet, es gehört in den Text.
  • Zugriff: Es sollte klar sein, welche Rechte die Agentur für welche Aufgabe bekommt und wie sie wieder enden. Login, 2FA, Wiederherstellungsdaten und Auszahlungen sollten bei dir bleiben.
  • Content: Hier sollte geregelt sein, wem er gehört, was die Agentur damit machen darf und was gilt, wenn du gehst.
  • Exklusivität: Diese Klausel regelt, was du anderswo nicht tun darfst und bis wann. Eine Sperre für alle anderen Plattformen solltest du dir genau ansehen.
  • Ausstieg: Dazu gehören Mindestlaufzeit, Kündigungsfrist, die Form der Kündigung und das, was am Ende abgerechnet wird.

Auch ein paar kleinere Stellen machen später Ärger, wenn sie ungenau formuliert sind. Im Vertrag sollten der vollständige Firmenname, eine Anschrift und eine Ansprechperson stehen, und er sollte in einer Sprache verfasst sein, die du sicher lesen kannst. Beim Leistungsumfang gehören Aufgaben und Plattformen dazu und auch das, was die Agentur bis wann von dir erwartet. Außerdem sollte geregelt sein, wer deinen Klarnamen, deine Ausweisdokumente und deine Wohnadresse sehen darf und wie sie gespeichert werden. Änderungen an Preis oder Leistungen sollten nur gelten, wenn beide Seiten sie schriftlich festgehalten und unterschrieben haben.

Schau dir auch an, welches Recht gilt und wo ein Streit verhandelt würde, denn hier lohnt sich eine Anwältin oder ein Anwalt besonders, wenn du in einem Land lebst und die Agentur in einem anderen sitzt.

Wie kannst du die Provisionsklausel testen?

Am einfachsten geht das mit deinen eigenen Zahlen. Nimm deinen letzten vollen Monat, zieh die 20 % Plattformgebühr ab und wende den Prozentsatz der Agentur auf den Betrag an, den der Vertrag nennt. Danach rechnest du dasselbe noch einmal mit dem Bruttoumsatz, denn wenn sich die Klausel auf beide Arten lesen lässt, bekommst du zwei verschiedene Ergebnisse.

Von 9.000 $ Fanzahlungen bleiben nach der Plattformgebühr zum Beispiel 7.200 $. Bei einem Beispielsatz von 35 % gingen davon 2.520 $ an die Agentur, während dieselben 35 % vom Bruttoumsatz 3.150 $ ergeben würden, also 630 $ mehr im Monat. Wie sich die Berechnungsgrundlage auswirkt, erklärt unser Ratgeber zur Provision von OnlyFans-Agenturen.

Was tust du, wenn eine Antwort vage bleibt?

Am besten markierst du die Klausel, schreibst auf, was dort stehen müsste, und bittest um eine korrigierte Fassung, denn ein nettes Telefonat ändert nichts am Dokument. Wenn dir jemand sagt, „das wenden wir nie an“, ist das ein guter Grund, den Satz zu streichen. Die Liste der Zugriffsrechte kannst du außerdem als Anlage verlangen, bevor du etwas teilst.

Bei manchen Dingen solltest du das Gespräch beenden, zum Beispiel wenn jemand nach Logins oder Einmalcodes fragt oder deine Auszahlungen umleiten möchte. Das Gleiche gilt, wenn die Agentur ihren Anteil allein ändern darf, Rechte an deinem Content über das Vertragsende hinaus behält oder hohe Strafen fürs Gehen verlangt. Für ein Angebot braucht niemand deinen Login, und ein gutes Angebot gilt auch nächste Woche noch. Mehr dazu steht in unserem Ratgeber zu den Warnsignalen bei Agenturen.

Was kannst du tun, wenn du schon unterschrieben hast?

Dann liest du am besten zuerst alles, was den Ausstieg betrifft: wie lange du gebunden bist, wie die Kündigung abläuft, wer deine Dateien hat und wer noch Zugriff hat. Wenn dir eine Klausel unangemessen vorkommt, zum Beispiel eine lange Bindung oder hohe Strafen, sprich vor der Kündigung mit einer Anwältin oder einem Anwalt. Den Ausstieg Schritt für Schritt erklärt unser Ratgeber zum Verlassen einer schlechten Agentur.

Wie sehen unsere eigenen Bedingungen aus?

An dieser Liste kannst du auch uns messen. Unsere Provision beträgt 25–50 % des Umsatzes nach der Plattformgebühr, auch auf deinen bestehenden Umsatz, und wird vor dem Start schriftlich vereinbart, ohne Vorabgebühren oder Zusatzkosten. Du kannst monatlich oder im gegenseitigen Einvernehmen sofort kündigen, und dein Account, dein Login, 2FA, Wiederherstellungsdaten und Auszahlungen bleiben bei dir.

Häufige Fragen

Sollte ich einer Agentur meinen Login geben?

Nicht für ein Angebot und auch nicht dauerhaft. Frag, welchen Zugriff eine Aufgabe braucht, und gib nur diesen frei. Bei uns bleiben Login, 2FA, Wiederherstellungsdaten und Auszahlungen bei dir, und das Team arbeitet über delegierten Zugriff, wo die Plattform das unterstützt.

Darf ich Änderungen am Vertragsentwurf verlangen?

Ja, denn ein Entwurf ist nur ein Ausgangspunkt. Markier die Klauseln, sag, was du brauchst, und lass dir eine korrigierte Fassung schriftlich schicken. Wie eine Agentur darauf reagiert, sagt viel darüber aus, wie sie mit dir arbeiten wird.

Lohnt sich ein Anwalt für den Agenturvertrag?

Bei langer Bindung, Exklusivität oder Rechten an deinem Content meistens schon. Dieser Ratgeber gibt dir Orientierung, ist aber keine Rechtsberatung und ersetzt niemanden, der sich deinen konkreten Vertrag ansieht.

Wenn du unsere Bedingungen lesen möchtest, bevor du dich festlegst, schick uns eine kurze Anfrage mit deinen Fragen. Wir melden uns innerhalb von 12 Stunden.