Steuern (USA)

Wie werden OnlyFans-Einnahmen in den USA versteuert?

Wenn du in den USA steuerpflichtig bist, gelten deine OnlyFans-Einnahmen als Einkommen aus selbstständiger Arbeit. Den Gewinn trägst du in die Schedule C ein und zahlst darauf Einkommensteuer und zusätzlich die Self-Employment-Tax. Die meisten Creator leisten dafür schon während des Jahres vierteljährliche Vorauszahlungen.

Dieser Überblick ist allgemeine Information und keine Steuer- oder Rechtsberatung, denn wir sind eine Management-Agentur und kein Steuerbüro. Die Angaben haben den Stand November 2026, und weil sich einige Werte jedes Jahr ändern, prüfst du sie bitte bei der US-Steuerbehörde IRS oder mit einem CPA, dem amerikanischen Gegenstück zum Steuerberater. Wenn du in Deutschland, Österreich oder der Schweiz lebst, gilt für dich zuerst das Recht deines Wohnsitzes, dazu gibt es unseren Überblick für Deutschland.

Aktualisiert , 5 Min. Lesezeit

Das Wichtigste in Kürze

  • Deine Einnahmen musst du auch dann angeben, wenn du nie ein Steuerformular bekommst.
  • Ab 400 $ Nettoeinkommen kommt zur Einkommensteuer die Self-Employment-Tax von 15,3 % auf den Großteil deines Nettogewinns dazu.
  • Für das Steuerjahr 2026 ist die letzte Vorauszahlung am 15. Januar 2027 fällig.

Was genau wird besteuert?

Steuerlich giltst du in der Regel als selbstständig und nicht als angestellt. Besteuert wird dein Nettogewinn, also deine Einnahmen aus Abos, Trinkgeldern, bezahlten Nachrichten und Custom-Content abzüglich der Betriebsausgaben. Der Gewinn kommt in die Schedule C, die Self-Employment-Tax berechnest du zusätzlich in der Schedule SE.

Das gilt auch, wenn nie ein Formular kommt, denn laut IRS sind Einnahmen aus Waren und Dienstleistungen in jedem Fall anzugeben. Einheitlich sind die Formulare ohnehin nicht. Nach dem US-Steuergesetz von 2025 liegt die Schwelle für das Formular 1099-K bei Zahlungsplattformen wieder bei 20.000 $ und 200 Transaktionen, die IRS weist aber darauf hin, dass du auch bei kleineren Beträgen eines bekommen kannst und dass manche Bundesstaaten niedrigere Schwellen haben (IRS-FAQ zum 1099-K, auf Englisch). Verlassen kannst du dich nur auf deine eigenen Aufzeichnungen.

Wie hoch ist die Self-Employment-Tax?

Auf deinen Gewinn fallen zwei getrennte Steuern an. Die Einkommensteuer richtet sich nach deinem zu versteuernden Einkommen und deiner Tarifstufe (Bracket), dazu kommt, was dein Bundesstaat und deine Stadt verlangen. Die Self-Employment-Tax besteht aus Social Security (12,4 %) und Medicare (2,9 %), zusammen also 15,3 %, und wird auf 92,35 % deines Nettoeinkommens aus selbstständiger Arbeit berechnet. Sie gilt ab 400 $ Nettoeinkommen, und die Hälfte davon kannst du bei der Berechnung des Adjusted Gross Income abziehen (IRS: Self-Employment Tax, auf Englisch).

Zur Veranschaulichung: Bei 60.000 $ Nettogewinn ohne anderes Einkommen wären das etwa 8.478 $ Self-Employment-Tax (60.000 × 92,35 % × 15,3 %), und die Einkommensteuer kommt noch dazu. Deine eigene Zahl wird anders aussehen. Für Social Security gibt es außerdem eine jährliche Obergrenze, deren aktuellen Wert du nachschauen musst, weil er sich ändert.

Wann sind die vierteljährlichen Vorauszahlungen fällig?

Von deinen Auszahlungen behält niemand Steuern ein. Die IRS erwartet daher, dass du im Laufe des Jahres selbst zahlst, und zwar mit dem Formular 1040-ES. Für das Steuerjahr 2026 gelten diese Termine:

RateFällig am
115. April 2026
215. Juni 2026
315. September 2026
415. Januar 2027 (laut Anleitung zum 1040-ES entfällt sie, wenn du die Steuererklärung 2026 bis zum 1. Februar 2027 abgibst und den vollen Betrag dabei zahlst)

Vorauszahlungen sind grundsätzlich vorgesehen, wenn du nach Quellensteuer und Gutschriften voraussichtlich 1.000 $ oder mehr schuldest. Eine Strafe für zu niedrige Zahlungen vermeidest du üblicherweise, wenn du mindestens 90 % der Steuer des laufenden Jahres oder 100 % der Vorjahressteuer zahlst, je nachdem, was kleiner ist. Lag dein AGI im Vorjahr über 150.000 $, sind es 110 % der Vorjahressteuer. Ist deine Seite schnell gewachsen, kann dir ein CPA sagen, welche Regel zu dir passt (IRS: Estimated Taxes, auf Englisch).

Was kannst du als Creator absetzen?

Absetzbar sind Ausgaben, die für dein Geschäft üblich und notwendig sind („ordinary and necessary“) und die du mit Unterlagen nachweisen kannst. Bei Creatorn sind das typischerweise Kamera, Licht, Ton und Schnittsoftware, Werbung und Promotion, Provisionen für Management und Chat sowie die Kosten für die Buchhaltung. Requisiten, Sets und Outfits können dazugehören, wenn die berufliche Nutzung klar ist, was bei einem Kleid, das du auch privat trägst, schwer zu zeigen ist. Ein häusliches Arbeitszimmer zählt nur, wenn du die besonderen Voraussetzungen erfüllst. Was davon bei dir gilt, kann dir dein CPA sagen.

Was du privat und beruflich nutzt, kannst du meist nur mit dem beruflichen Anteil geltend machen. Deine Auszahlungsübersichten zeigen Umsatz und Plattformgebühr, und wie diese Posten und eine Agenturprovision in der Schedule C auftauchen, legt dein CPA fest. Bei uns ist die Provision vor dem Start schriftlich vereinbart, sodass er eine klare Zahl hat, mit der er arbeiten kann.

Wie viel solltest du zurücklegen, und wann brauchst du einen CPA?

Den passenden Anteil legt am besten dein CPA fest, weil er von deinem Gewinn und deinem Bundesstaat abhängt und der Prozentsatz einer Kollegin bei dir nicht stimmen muss. Am einfachsten legst du diesen Anteil an dem Tag zur Seite, an dem eine Auszahlung eintrifft. Dazu kommen ein eigenes Konto für alles Geschäftliche, eine Erinnerung im Kalender eine Woche vor jedem der vier Termine und eine kurze Monatsroutine, bei der du Auszüge exportierst, Rechnungen ablegst und Privates markierst. Die Kennzahlen, auf die es ankommt, taugen dabei als Gerüst für deine Buchhaltung. Die Regeln der Bundesstaaten unterscheiden sich außerdem stark, weil manche gar keine Einkommensteuer erheben und andere lokale Steuern dazunehmen, und was für dich gilt, erfährst du bei der Steuerbehörde deines Staates.

Einen CPA brauchst du, sobald dein Einkommen stabil ist, idealerweise noch vor dem nächsten Zahlungstermin. Auch wenn du unsicher bist, ob du als Gewerbe oder als Hobby giltst, ist er die richtige Adresse, weil Hobby-Einnahmen ebenfalls steuerpflichtig sind, Ausgaben aber anders behandelt werden. Das Gleiche gilt, wenn du über eine LLC nachdenkst. Beim ersten Termin kannst du fragen, wie viel du pro Quartal zahlen sollst und ab wann, wie Plattformgebühr und Agenturprovision in deiner Steuererklärung auftauchen, welche Ausgaben zählen und welche Nachweise nötig sind. Auch ob sich bei deinem Gewinn eine LLC oder die Wahl der S-Corporation-Besteuerung rechnet und was Bundesstaat und Stadt an der Rechnung ändern, gehört dazu. Wenn du zwischen den USA und Europa pendelst oder in beiden lebst, suchst du dir am besten jemanden mit internationaler Erfahrung.

Häufige Fragen

Muss ich Steuern zahlen, wenn OnlyFans mir kein 1099 schickt?

Ja. Laut IRS sind Einnahmen aus Waren und Dienstleistungen auch ohne Formular anzugeben. Heb deine Auszahlungshistorie und die Abrechnungen der Plattform gut auf, denn sie sind deine Nachweise.

Sind Trinkgelder von Fans steuerpflichtig?

Trinkgelder für deine Arbeit gehören in der Regel zu deinen Betriebseinnahmen, genau wie Abos und bezahlte Nachrichten. Randfälle wie persönliche Geschenke besprichst du mit deinem CPA.

Was passiert, wenn ich eine Vorauszahlung verpasst habe?

Zahl am besten, sobald du es bemerkst. Die IRS kann eine Strafe für zu niedrige Zahlungen erheben, deren Höhe davon abhängt, wie viel gefehlt hat und wie lange. Ein CPA kann sie berechnen und den Rest des Jahres so planen, dass es nicht wieder passiert.

Wenn deine Seite in den USA läuft und du Chat, Preise und Marketing abgeben möchtest, kannst du nachlesen, wie wir in den USA arbeiten, oder uns gleich von deiner Seite erzählen. Wir melden uns innerhalb von 12 Stunden.