Das Wichtigste in Kürze
- Die Unterschiede in diesem Ratgeber sind Tendenzen aus unserer Erfahrung und keine gemessenen Fakten.
- Im Alltag zeigen sie sich beim Verkaufston, bei den Zeitzonen, beim Trinkgeld und im Umgang mit Privatsphäre.
- Eine Seite kann beide Märkte bedienen, solange Chat und Content in beiden Sprachen funktionieren.
Was haben beide Zielgruppen gemeinsam?
Mehr, als man vielleicht erwartet. Nach unserer Erfahrung zahlen Fans in beiden Märkten für Aufmerksamkeit, für Persönlichkeit und für das Gefühl, dass jemand sie kennt. Wenn sich der Chat wie ein Skript anfühlt, springen sie hier wie dort ab, und sie bleiben, wenn Ton und Tempo gleich bleiben und die Antworten noch wissen, was letzte Woche war. Für den anderen Markt musst du also nicht dein ganzes Angebot umbauen, sondern nur die Art, wie du es präsentierst.
Wo unterscheiden sich die beiden Zielgruppen?
Die Tabelle zeigt Tendenzen aus unserer Arbeit, die du auf deiner eigenen Seite prüfen kannst.
| Bereich | US-Fans (Tendenz) | Deutschsprachige Fans (Tendenz) | Was das für dich heißt |
|---|---|---|---|
| Verkaufston | Direkte, begeisterte Angebote kommen leicht an | Eher erst ein Gespräch, lautes Verkaufen wirkt schnell aufdringlich | Das Angebot bleibt gleich, nur der Weg dorthin ändert sich |
| Trinkgeld und Custom-Wünsche | Die Trinkgeldkultur zeigt sich auch bei Tipps und Custom-Wünschen | Trinkgeld ist weniger Gewohnheit, ein klarer Gegenwert zählt mehr | Das Trinkgeld im einen Markt sagt wenig über den anderen aus |
| Privatsphäre | Sehr unterschiedlich | Diskretion ist vielen wichtig, und Nachlässigkeit mit persönlichen Daten fällt auf | Im Chat deutlich machen, wie du mit Privatem umgehst |
| Humor und Wärme | Beschwingt, herzlich, viel Energie | Trockener, oft ironischer | In deinem eigenen Ton schreiben und ihn je Markt etwas anpassen |
| Wettbewerb um Aufmerksamkeit | Großer englischsprachiger Markt mit vielen Creatorn | Weniger Creator, die muttersprachlich auf Deutsch schreiben, sodass ein eigener Ton eher auffällt | Daran kannst du denken, wenn du entscheidest, wie du dich präsentierst |
Bei den Zeitzonen handelt es sich dagegen um eine Tatsache. Die USA haben auch ohne Alaska und Hawaii mehrere Zeitzonen, und zwischen Ostküste und Westküste liegen drei Stunden, während sich Deutschland, Österreich und die Schweiz eine teilen. Davon hängt ab, wann du postest und wann deine Fans wach sind.
Wie sollte sich dein Chat anpassen?
Am besten passt sich der Chat an den einzelnen Fan an und nicht an die Seite insgesamt. Wer dir auf Deutsch schreibt, bekommt eine Antwort auf Deutsch, und wer auf Englisch schreibt, eine auf Englisch. Maschinell übersetzte Antworten erkennt man schnell, und wer einmal eine erkannt hat, glaubt dem Rest weniger.
Unser Chat-Team schreibt auf Englisch und Deutsch in deinem Ton und innerhalb der Grenzen, die wir mit dir vereinbaren, sodass sich nur der Rhythmus ändert. Wie du die deutschsprachige Seite gezielt ausbaust, erklären wir im Ratgeber zum Aufbau eines deutschsprachigen Publikums.
Wie testest du Preise in beiden Märkten?
Am meisten lernst du, wenn du je Markt immer nur eine Sache änderst. Erhöhst du in derselben Woche den Bundle-Preis für US-Fans und änderst die Willkommensnachricht für deutschsprachige Fans, kannst du hinterher nicht sagen, was was bewirkt hat. Wenn du Änderung, Datum und Zielgruppe notierst, kannst du nach einigen Wochen sauber vergleichen.
Weil die Preisbereitschaft mindestens so sehr von der Nische und vom einzelnen Fan abhängt wie vom Land, bleibt eine kopierte Preisliste immer geraten. Wie du solche Tests aufbaust, steht im Ratgeber zu PPV und Preisen für aktive Seiten.
Kann eine Seite beide Märkte bedienen?
Das geht, solange du nur versprichst, was du auch halten kannst. Meist reicht eine Hauptsprache, und die zweite bietest du nur dort an, wo sie auch im Chat, in den Captions und in den Posts funktioniert, die Leute auf deine Seite bringen. Eine zweisprachige Bio nützt nämlich wenig, wenn die Fans danach nur in einer Sprache Antworten bekommen. Wenn du deine Zahlen nach der Sprache der Fans sortieren kannst, siehst du die beiden Märkte im wöchentlichen Rückblick getrennt.
Auch Meldepflichten, Anmeldung und Pflichtangaben im Netz unterscheiden sich zwischen den USA und dem deutschsprachigen Raum, und darüber stolpern beim Marktwechsel viele. Einen ersten Überblick geben unsere Ratgeber zu OnlyFans-Steuern in den USA und OnlyFans-Steuern in Deutschland, bevor du deinen Fall mit einem CPA oder Steuerberater besprichst.
Häufige Fragen
Lohnen sich deutschsprachige Fans, wenn ich schon in den USA verdiene?
Das kann sein, wenn du auf Deutsch in Chat und Content mithalten kannst. Fang klein an, miss getrennt und entscheide nach deinen eigenen Ergebnissen, denn eine Steigerung können wir dir nicht versprechen.
Zahlen deutschsprachige Fans weniger?
Eine gemessene Antwort können wir dir nicht geben. Nach unserer Erfahrung hängt die Preisbereitschaft stärker von der Nische und vom einzelnen Fan ab als vom Land, und deine eigene Seite sagt dir mehr als jede allgemeine Regel.
Sollte meine OnlyFans-Bio zweisprachig sein?
Nur wenn Chat und Content in beiden Sprachen funktionieren. Sonst schreibst du sie besser in der Sprache, in der du vollständig antworten kannst.
Wir arbeiten mit Creatorn in den USA und im deutschsprachigen Raum, auf Englisch und Deutsch, und gehen dabei immer von deinen Zahlen aus. Wenn deine Seite schon verdient, erzähl uns kurz davon, dann melden wir uns innerhalb von 12 Stunden.