Das Wichtigste in Kürze
- Ein Durchschnitt sagt wenig aus, solange du nicht weißt, wie er berechnet wurde.
- Mittelwert und Median können weit auseinanderliegen, wenn wenige Accounts viel größer sind als der Rest.
- Deine eigene Entwicklung und das, was dir pro Arbeitsstunde bleibt, sagen dir mehr als jeder Vergleichswert.
Warum sagt ein Durchschnitt so wenig aus?
Beim Mittelwert wird eine Summe gleichmäßig auf alle Accounts verteilt, während der Median der Account in der Mitte ist, wenn man alle nach ihren Einnahmen aufreiht. Einige sehr große Accounts können den Mittelwert stark nach oben ziehen, ohne dass sich etwas daran ändert, was der mittlere Account verdient.
Nehmen wir acht Accounts mit diesen Monatsbeträgen nach der Plattformgebühr: 0 $, 0 $, 0 $, 50 $, 150 $, 300 $, 1.000 $ und 8.500 $. Das ist eine reine Rechnung mit erfundenen Zahlen und hat nichts mit Daten von OnlyFans zu tun.
| Kennzahl | Alle acht Accounts | Ohne die drei inaktiven |
|---|---|---|
| Summe | 10.000 $ | 10.000 $ |
| Mittelwert | 1.250 $ | 2.000 $ |
| Median | 100 $ | 300 $ |
Zwischen den beiden Spalten hat niemand einen Dollar mehr verdient, denn geändert hat sich nur, welche Accounts als aktiv gelten.
Was solltest du bei jeder Verdienstangabe fragen?
Eine Zahl nützt dir nur, wenn du ein paar Fragen dazu beantworten kannst.
- Wer wurde gezählt, also alle Accounts, nur aktive oder eine ausgewählte Gruppe?
- Handelt es sich um einen Mittelwert oder einen Median?
- Zeigt die Zahl, was Fans bezahlt haben, was Creator nach dem Anteil der Plattform bekommen oder was nach den Kosten übrig bleibt?
- Für welchen Zeitraum und welche Währung gilt sie, und sind Erstattungen schon abgezogen?
- Wer sagt das, und wann? Eine Umfrage unter Creatorn, eine Unternehmensmeldung oder die Kundenliste einer Agentur steht nicht für alle Accounts.
Wie rechnest du deine eigene Zahl aus?
Du beginnst beim Bruttoumsatz, ziehst die 20 % Plattformgebühr und einen eventuellen Agenturanteil ab und danach deine eigenen Kosten. In einem erfundenen Beispiel mit 4.000 $ brutto beträgt die Plattformgebühr 800 $, es bleiben also 3.200 $. Davon gehen bei 35 % Agenturanteil 1.120 $ ab, sodass du vor Steuern und eigenen Kosten bei 2.080 $ landest. Wie diese Einnahmen steuerlich behandelt werden, hängt von deiner Situation ab, und manche Werte ändern sich jedes Jahr. Das ist eine allgemeine Orientierung und keine Steuer- oder Rechtsberatung, deshalb solltest du mit einem Steuerberater sprechen, der sich mit Creator-Einnahmen auskennt.
Zum Planen hilft dir eine Spanne mehr als eine einzelne Zahl. Die drei folgenden Szenarien beruhen auf erfundenen Annahmen und zeigen nichts Typisches, und deine eigenen kannst du im Einkommensrechner durchspielen.
| Szenario | Abonnenten und Preis | Extra pro Abonnent | Brutto | Nach Plattformgebühr |
|---|---|---|---|---|
| Niedrig | 120 zu 10 $ | keine | 1.200 $ | 960 $ |
| Mittel | 200 zu 14 $ | 5 $ | 3.800 $ | 3.040 $ |
| Hoch | 350 zu 14 $ | 9 $ | 8.050 $ | 6.440 $ |
Wenn du immer nur eine Annahme änderst, siehst du, welche dein Ergebnis am stärksten bewegt.
Welche Zahlen sagen dir mehr als ein Vergleichswert?
Drei Zahlen von deiner eigenen Seite sind meist nützlicher als alles, womit du dich vergleichen könntest. Die erste ist deine mittlere Woche der letzten 12 Wochen, also der Median, weil eine einzelne virale Woche ihn nicht verzerrt. Die zweite ist das, was dir pro Arbeitsstunde bleibt, denn eine Seite, die mehr einbringt, aber doppelt so viele Stunden kostet, ist kaum besser geworden. Die dritte ist dein wiederkehrender Anteil, also wie viel deines Umsatzes aus Verlängerungen stammt, weil du damit besser planen kannst als mit Einmalkäufen. Wie du sie im Blick behältst, zeigt der Ratgeber zu den Zahlen für den Wochencheck.
Wie verändert eine Agentur die Rechnung?
Sie verändert, was dir bleibt, und das kann in beide Richtungen gehen. Wir berechnen 25–50 % deines Umsatzes nach der Plattformgebühr, auch auf das, was du heute schon verdienst. Der Anteil wird vor dem Start schriftlich vereinbart, und Vorabgebühren oder Zusatzkosten gibt es nicht. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, was die Arbeit zusätzlich bringt, deshalb vergleichst du, was dir danach bliebe, mit dem, was du allein in einem ähnlichen Zeitraum behältst. Wie das geht, steht im Ratgeber zur Frage, ob sich eine Agentur lohnt.
Wenn eine Agentur, auch wir, den Gesamtumsatz ihrer Creator nennt, ist das eine Summe über viele Seiten. Eine Prognose für deine Seite ist das nicht, und ein bestimmtes Einkommen garantieren wir nicht.
Häufige Fragen
Wie hoch ist das durchschnittliche Einkommen auf OnlyFans?
Wir nennen keins, weil wir keinen geprüften Wert für die ganze Plattform haben und ein Durchschnitt ohne Definition in die Irre führt. Sinnvoller sind eigene Szenarien aus deiner Reichweite, deinem Preis und deinem Käuferanteil.
Kann ich Verdienstzahlen von Creatorn oder Agenturen trauen?
Am besten siehst du sie als einzelnen Wert aus einer ausgewählten Gruppe. Sie zeigen, was für diese Gruppe möglich war, aber nicht, was üblich ist, deshalb solltest du nach Definition und Zeitraum fragen, bevor du dich vergleichst.
Ist mein Netto dasselbe wie mein OnlyFans-Umsatz?
Nein, denn nach Plattformgebühr und eventuellem Agenturanteil trägst du noch deine eigenen Kosten und Steuern. Ein Steuerberater hilft dir, das einzuplanen.
Möchtest du deine eigenen Zahlen einmal mit uns durchgehen? Erzähl uns kurz von deiner Seite, dann melden wir uns innerhalb von 12 Stunden.